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Planerinnen in Sachsen

Sigrid Böttcher-Steeb

Welche Erfahrung, welches Ereignis war für deinen beruflichen Werdegang prägend?

Mich hat das sehr "politische" Studium in Hannover geprägt: Soziale und freiraumpolitische Fragen und auch sozialwissenschaftliche Methoden (Nutzerbeteiligung und Befragungen) waren Teil des Studiums und davon profitiere ich bis heute.

Soziale und freiraumpolitische Fragen und auch sozialwissenschaftliche Methoden (Nutzerbeteiligung und Befragungen) waren Teil des Studiums und davon profitiere ich bis heute. Unser Studium war sehr breit angelegt: Naturschutz- und Umweltfragen wurden mit baulicher Entwicklung zusammen gedacht. Naturnähe und die Verwendung heimischer Pflanzen standen ebenso wie der Biotopschutz bei der Freiraumplanung mit im Fokus. Wir hatten im Studium Zeit studienfächerübergreifende für Gemeinschaftsprojekte und sehr intensiven Austausch.

Damals hat das Studium die Freiheit gegeben, sich für Themen zu engagieren, die für einen selbst wichtig sind. Heute ist das Studium verschulter.

5 Jahre Mitarbeit in einem Frauen-Planungsbüro in Essen

Welche strukturellen Änderungen würdest du dir am Berufsbild wünschen?

Landschaftsarchitektur bekannter machen u. wertschätzen.

Mehr die Menschen in den Blick nehmen:

Im Studium habe ich gelernt, mir immer wieder bewusst zu machen, wer die zukünftigen Nutzer sein werden für die wir planen.

Ich sehe eine Schieflage, weil die Vorgaben zumeist technisch sind und weiche Faktoren wie Qualität und Raumgestaltung nicht beinhalten. Zum Beispiel bei Schulgeländen: Hier gibt es zahlreiche feste Vorschriften für Stellplätze, Abfallcontainer, versiegelte Flächen, aber kaum konkrete Qualitätsvorgaben für den Freiraum, für Aufenthaltsqualität und Grüngestaltung, damit dies ein guter Ort für Kinder und Jugendliche wird. Ich wünsche mir, dass wir über all die technischen Vorgaben nicht vergessen, dass wir für Menschen planen und eine gesunde Umgebung gestalten wollen.

Woran würdest du gerne mal arbeiten?

Ich habe das Glück, dass ich genau solche Projekte machen kann, die ich toll und wichtig finde.

    Werdegang

  • 1996 – 2000

    Projektleitung Landschaftsarchitekturbüro Hoff, Essen

  • 1997 – 1998

    Einjährige berufsbegleitende Weiterbildung "Moderation in der Raum- und Umweltplanung"

  • seit 2000

    Freischaffende Landschaftsarchitektin bdla in Dresden

  • seit 2008

    Freischaffende Landschaftsarchitektin bdla in Dresden

    Mitgliedschaften, Verbände, Ehrenamt

  • Mitglied Architektenkammer Sachsen

  • Mitglied Bund Deutscher Landschaftsarchitekt:innen (bdla) - Gestaltung von Fortbildungen und Fachexkursionen

  • 2006 – 2014

    Vorstand Bund Deutscher Landschaftsarchitekt:innen (bdla)

  • seit 2008

    Leiterin bdla Arbeitsgruppe Bildungsräume Sachsen

  • Mitarbeit Klima AG bdla Sachsen

  • Preisrichtertätigkeit für verschiedene Gestaltungswettbewerbe, u.a. Schulbau, Kita, Sächsischer Schulgarten-Wettbewerb, Sächsischer Kinder-Garten-Wettbewerb

  • Mitglied Naturgarten e.V.

  • 2020

    Initiative Schulhof-Transformer, gegründet gemeinsam mit Pädagog:innen

Welches Buch/Film/Ausstellung würdest du einer anderen Planenden empfehlen?

NaturErlebnisRäume von Pappler/Witt

Mach mal Pause von Toni Anderfuhren Verlag SPIELTRÄUME Bauma